Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Söflingen wurde durch viele wichtige Ereignisse in den vergangenen Jahren geprägt:

Lange bevor der Gemeinderat Söflingen im Jahre 1863 den Beschluss fasste, eine militärisch organisierte Feuerwehr aufzustellen, gab es in Söflingen bereits schon Löschmannschaften, sogenannte Feuerrotten, die auch zu Brandfällen in der Umgebung ausrückten. Dies belegt die lokale Feuerlöschordnung von 1808 des Königreichs Württemberg.

Jede Gemeinde teilte ihre Bürgerschaft in sogenannte Rotten ein, die sich bei auswärtigen Feuersbrünsten miteinander ergänzen sollten und abwechselten. Dass dies nicht ganz unproblematisch war, zeigte 1832 ein Brand in Lehr. Dort wurde bemerkt, dass die dortige Rotten-Mannschaft nicht vollzählig war und zugleich die Beschwerde des Rottmeisters einging, dass viele darunter wären, die altershalber und wegen Gebrechen nicht wirklich helfen konnten. Der Gemeinderat beschloss daher, über die Rotten eine Revision zu halten und neue „Rotten-Zettel“ zu verfertigen. Da aber fortwährend immer wieder neue Probleme auftraten, beschloss der Söflinger Gemeinderat unter dem Schultheiß Limberger im Dezember 1862, eine militärisch organisierte Pflichtfeuerwehr zu errichten. Hierzu wurde eine Kommission gebildet, die einen Entwurf zur Bildung dieser Feuerwehr auszuarbeiten hatte. Dieser Entwurf sollte zur Begutachtung dem Kommandanten der Feuerwehr Ulm, Herrn Conrad Dietrich Magirus vorgelegt werden. Hauptmann Magirus wurde ersucht, die vorhandenen Requisiten aufzunehmen und fehlende zu benennen. Am 7. Januar 1863 wurden die überarbeiteten Statuten und Zugreglements den bürgerlichen Kollegien vorgetragen, dort genehmigt und dem königlichen Oberamt zu Zustimmung vorgelegt. Die Feuerwehr bildete eine Kompanie unter dem Befehl eines Kommandanten, dem ein Adjutant, zugleich Stellvertreter und Geräteverwalter, ein Hornist, ein Tambour, ein Arzt und ein Wundarzt beigegeben wurden. Ferner bestand die Kompanie aus fünf Zügen unter der Leitung von je einem Zugführer.

  • Ein Zug Steiger mit drei Abteilungen zu je sieben Mann, unter je einem Obersteiger.
  • Ein Zug Retter (drei Abteilungen zu sieben Mann), unter je einem Rottenmeister.
  • Ein Zug Spritzenmannschaft (drei Abteilungen zu je 60 Mann), unter je zwei Spritzenmeistern.
  • Ein Zug Wachmannschaft (drei Abteilungen zu je sieben Mann) und unter je einem Rottenmeister.
  • Ein Zug Landfeuerwehr (von 20 – 24 Mann unter je einem Rotten- bzw. Spritzenmeister)

Die Feuerwehr hatte die Aufgabe, das Leben und das Eigentum der Bewohner Söflingens bei Feuersgefahr zu schützen. Zu möglichster Erreichung dieses Zweckes wurden militärische Ordnung und regelmäßige Übungen eingeführt. Im §1 der Statuten wurde festgelegt, dass alle „persönlich tüchtigen“ Bürger und Einwohner vom 17. bis zum 45. Lebensjahr in der Feuerwehr diejenigen Dienste zu leisten hatten, welcher ihnen vom Verwaltungsrat der Gemeinde Söflingen angeordnet wurde. Nur das Eintreten in die Steiger- Abteilung war freiwillig. Befreit waren diejenigen, die durch bleibende Gebrechen den Dienst nicht mehr verrichten konnten. Die Revision der Einteilung der Mannschaften fand jährlich am 1. Juli statt. Die Aufsicht und Leitung sämtlicher Lösch- und Rettungsarbeiten oblagen dem Oberamtmann oder dessen Stellvertreter und in deren Abwesenheit dem Ortsvorsteher. Der Kommandant hatte die Aufgabe, die Lösch- und Rettungsarbeiten in Ausführung zu bringen, bei Übungen die Oberleitung zu übernehmen, die Übungen anzuordnen, vorkommende Fehler und Versäumnisse zu rügen, die Verwaltung der Gerätschaften zu überwachen und die Kompanie nach außen zu vertreten. Die Zugführer hatten Sorge zu tragen, dass ihre Mannschaften stets vollzählig waren, dass die aufgetragenen Aufgaben vom Zug vollständig und gewissenhaft ausgeführt wurden, dass sich kein Mitglied unerlaubt von seinem Posten entfernte und die zum Brandplatz eilenden Feuerwehrmänner zu sammeln. Des Weiteren hatten sie die Aufgabe, nach jedem Brand dem Kommandanten Versäumnisse und sonstige Vorfälle zu melden. Um regelmäßige Ablösungen, Ruhe und Ordnung sowie um die richtige Aufbewahrung der Feuerlöschgeräte hatten sich die Zugführer ebenfalls zu kümmern. Im Feuerwehrdienst hatten sämtliche Mitglieder allein nur den ihnen unmittelbar Vorgesetzten zu gehorchen. Befehle von anderen Personen sollten mit Entschiedenheit zurückgewiesen werden. Die Wahl des Kommandanten und seines Adjutanten wurde vom Gemeinderat Söflingen vorgenommen und bedurfte der Zustimmung des Königlichen Oberamtes. Die weiteren Chargierten (Zugführer, Rottenmeister etc.) wurden auf Vorschlag des Kommandanten vom Verwaltungsrat der Feuerwehr bestellt. Sämtliche Wahlen wurden auf die Dauer von drei Jahren vorgenommen. Zum ersten Kommandanten wurde der Gemeinderat Joseph Veith gewählt und zu seinem Stellvertreter der Klostermüller Alois Goll. In den Statuten wurde auch bestimmt, dass jährlich zwei Hauptproben abgehalten werden mussten. Für den Zug der Steiger sollten mehrere Übungen abgehalten werden, die vom Kommandanten vorgeschrieben wurden. Schon zur damaligen Zeit (ca. 1860) gab es Tüftler, die Apparate zur Rettung von Menschen vor Feuersgefahr erfanden. Das von den Gebrüdern Herrenberger aus Ulm gefertigte Gerät diente zur Selbstrettung aus großen Höhen und ist eine Art Vorgänger des heutigen Rollgliss.

Wer bei Übungen oder bei einem Brande ohne hinreichende Entschuldigung fehlte, musste Geldstrafen bezahlen. Konnten diese nicht eingetrieben werden, wurden sie in Freiheitsstrafen umgewandelt. Verfehlungen, unfolgsames und unpassendes Benehmen im Dienst hatten einen Verweis des Kommandanten zur Folge. Im Wiederholungsfalle wurde der Übeltäter zur Bestrafung der Ortspolizeibehörde übergeben. Strafgelder flossen in die Feuerwehrkasse, die Eigentum der Gemeinde war. Die Unterbringung der Gerätschaften erfolgte im Zehntstadel im Klosterhof von Söflingen. Im Brandfalle wurden im Orte Söflingen durch Sturmläuten mit den Glocken der Pfarrkirche und der Leonhardkapelle Feuerzeichen gegeben. Außerdem wurden die Bürger durch nAlarmschlagen des Tambours oder durch die Hornisten der Feuerwehr alarmiert. Das Feuerzeichen für Brandfälle auf dem Land wurde mit der Torglocke gegeben.

Bereits 1897 veranstaltete die Feuerwehr Ulm ein Feuerwehrfest, bei der es diese Postkarte zu erwerben gab. Bei einem Brandunglück in benachbarten Gemeinden hatte in erster Linie der Landfeuerwehrzug abzurücken und erhielt von den bürgerlichen Kollegien entsprechendes Tagegeld. Ansonsten war der Dienst in der Feuerwehr unentgeltlich! Änderungen an den Statuten aufgrund gemachter Erfahrungen waren möglich und unterlagen der Zustimmung der Königlichen Kreisregierung. In den einzelnen Zugreglements wurde in detaillierter Form auf die Organisation, Ausrüstung, Zweck, Aufgaben und Übungen eingegangen. So hatte der Zug der Steiger folgende Aufgaben:

  • Die Rettung von Menschen, die in Gefahr waren
  • Die Leitung der Spritzenschläuche
  • Die Unterstützung des Rettungszuges
  • Das Einreißen von Gebäudeteilen

Der Zweck des Rettungszuges war die Bergung von Gegenständen aller Art und die Beförderung derselben auf den Rettungsplatz. In die Rettungsmannschaft wurden nur sehr zuverlässige Bürgereingeteilt, womit ein Diebstahl der geretteten Gegenstände so gut wie ausgeschlossen werden konnte. Auf dem Rettungsplatz wurden die Gegenstände der Wachmannschaft übergeben. Diese war verantwortlich für die Bewachung des sichergestellten Eigentums und die Absperrung des Brandplatzes. Die Wachmannschaft wurde aus älteren, gut angesehenen Bürgern bestellt. Der Spritzenzug war für sämtliche Fahr- und Handspritzen verantwortlich. Seine Aufgabe bestand darin, die Spritzen an den Brandplatz zu bringen, zu bedienen und mit Wasser zu versehen.

Der Landfeuerwehrzug wurde berufen, bei auswärtigen Brandfällen ihre Dienste zu leisten. In den Zugreglements wurden aber auch disziplinarische Maßnahmen beschrieben. So war es zum Beispiel verboten, bei Übungen zu rauchen und zu sprechen, sobald angetreten wurde. Über größere Brände oder Brandkatastrophen ist bis zum Jahre 1902 nichts bekannt. Jedoch am 17. September dieses Jahres stand der Rote Hahn über Söflingen. Ein Großfeuer zerstörte den Söflinger Zehntstadel, samt drei umliegende Bauernhöfe. Die Feuerwehr war obdachlos. Schon knapp einen Monat später vernichtete ein weiterer Großbrand zwei Gebäude in der Schlossergasse.

Auf Grund dieser Vorfälle entschloss sich der Gemeinderat Söflingen, im Klosterhof einen großzügigen Neubau für die Feuerwehr zu errichten und wahrscheinlich ist auch die Anschaffung einer großen Handdruckspritze Hydrophor von der Firma C. D. Magirus auf diese Ereignisse zurückzuführen. Zur Bedienung dieser Spritze waren mit Ablösung bis zu 80 Mann erforderlich.

Am 1. Oktober 1905 erfolgte die Eingemeindung Söflingens. Das hatte für die Feuerwehr einschneidende Folgen. Die damalige Pflichtfeuerwehr wurde in eine freiwillige Feuerwehr umformiert. In der Übergangszeit hatte die Pflichtfeuerwehr solange Bestand, bis die freiwillige Feuerwehr vollständig ausgerüstet und ausgebildet war. Die Mitgliederstärke reduzierte sich durch die Umstrukturierung von 350 auf 130 Mann. Von da an war die Söflinger Feuerwehr die 4. Kompanie der Freiwilligen Feuerwehr Ulm. Die Statuten der Stadt fanden auf die Vorstadtfeuerwehr sinngemäß Anwendung, und es wurde nur ein Anhang beigefügt, in welchem die Angliederung geregelt war. Geleitet wurde die Freiwillige Feuerwehr Söflingen von einem Hauptmann, dessen Stellvertreter und den einzelnen Zugführern. Die 4. Kompanie war in fünf Züge eingeteilt:

  • Zwei Steigerzüge mit je 18 Mann
  • Ein Hydrantenzug mit 8 Mann
  • Ein Spritzenzug mit 60 Mann
  • Ein Rettungszug mit 18 Mann

Der erste Hauptmann der 4. Kompanie war der Werkmeister Karl Frey. Die einzelnen Züge wurden zu deren Erkennung mit unterschiedlichen Armbinden ausgerüstet. Die Anschaffung einer mechanischen Leiter mit 18 m Steighöhe bereitete Probleme, da dafür extra das Einfahrtstor am Spritzenhaus verbreitert werden musste. Im Jahre 1906 erhielt die Vorstadt eine Wasserleitung mit einem Druck von ca. 6 bar, was einen wesentlichen Fortschritt im Kampf gegen das Feuer bedeutete. Zwischen 1906 und 1914 entstand dieses Bild der Hornisten vor dem Gasthaus Hecht in der Neuen Gasse. Im Hintergrund ist die Wirtin Fuchsloch beim Servieren der Getränke zu sehen. Am 21. Juni 1914 wurde das 50-jährige Bestehen der Feuerwehr Söflingen gefeiert, verbunden mit einer Kreisfeuerwehrtagung und einer Großangriffsübung am ehemaligen Klosterbrauhaus.

Der Festgarten befand sich damals dort, wo heute die Meinloh-Schule steht. Dieser Tag wurde am späten Nachmittag durch ein schweres Gewitter gestört, woraufhin die Festgäste fluchtartig in umliegende Gasthäuser stürmten. Dieses Mannschaftsbild vor dem Söflinger Rathaus wurde 1914 wahrscheinlich aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums aufgenommen. Einen Monat später tauchten am politischen Himmel dunkle Wolken auf, die nichts Gutes ahnen ließen. Der Mord am österreichischen Kronprinzenpaar in Serbien gab den Ausschlag für den Beginn des 1. Weltkrieges. Der 2. August und die darauffolgenden Tage, Wochen, Monate und Jahre waren für die Söflinger ein harter Schlag. Die Reihen wurden stark gelichtet und 17 Kameraden blieben auf dem Felde der Ehre. Die Heimkehrenden wurden am 21. März 1919 mit einem gemütlichen Abend im Gasthaus „Hecht“ begrüßt, wobei jeder zurückgekehrte Kamerad ein Nachtessen und sechs Glas Bier spendiert bekam. Von 1919 an bildete die 4. Kompanie einen Löschzug, der 1921 durch die Genehmigung des Ausschusses an das Alarmierungssystem der Stadt Ulm angeschlossen wurde. Es wurde ein „Weckerlinien“- Zug für den Ersteinsatz und ein Reservelöschzug gebildet. Die Mannschaftsstärke wurde durch diese erneute Umstrukturierung etwa halbiert. Mannschaftsbild eines Steigerzuges vor dem Schulhaus im Klosterhof 1925 erhielt der Löschzug Söflingen von Ulm deren Motorspritze und einen Mannschaftswagen für den Pferdezug. Drei Jahre später wurde die Motorspritze durch eine neue Dampfspritze ersetzt. An 25. März 1928 erhielt Hauptmann Kaupper vom Württembergischen Landes-Feuerwehr-Verband dieses Ehrendiplom, für das 25-jährige Dienstjubiläum überreicht. Ehrendiplom für 25 Jahre Dienst bei der Feuerwehr Im Jahre 1932 hob der damalige Leiter des Löschzuges, Hauptmann Kaupper, den Einheitsfeuerwehrmann in der Feuerwehr Söflingen aus der Taufe. Hauptmann Kaupper sah den Bedarf, dass seine Feuerwehrmänner Kenntnis und Ausbildung an allen Gerätschaften erhalten sollten.

Der Ausbruch des 2. Weltkriegs 1939 war der Anlass im Gerätehaus Söflingen vier Löschgruppen rund um die Uhr zu stationieren. Die Mannschaftsstarke betrug bis zu 36 Mann. Der Löschzug Söflingen stellte zusammen mit der Feuerwehr Neu-Ulm die Mannschaft für die zahlreichen Überlandhilfen während des 2. Weltkrieges. Diese Einsätze außerhalb des Stadtgebiets führten den Söflinger Löschzug nach Karlsruhe, Stuttgart, Musberg, Augsburg, München und Friedrichshafen. Auch Einsatze in der näheren Umgebung waren an der Tagesordnung.

Nach Beendigung des Krieges 1945 wurde der Löschzug Söflingen aufgelöst. Durch den Erlass des amerikanischen Gouverneurs wurde in Ulm eine Berufsfeuerwache zusammengestellt, die aus arbeitslosen aktiven Feuerwehrleuten und Männern vom Sicherheitsdienst bestand. Unter der Leitung des rührigen Zugführers Eugen Schweizer wurde der Weckerlinien-Zug des Löschzuges Söflingen bald wieder auf Sollstärke gebracht. Schon Ende 1945 konnte Zugführer Schweizer dem Kommandanten der Feuerwehr Ulm, Kamerad Karl Hollerbach, melden: „Löschzug Söflingen wieder einsatzbereit.“ Fahrzeuge und Gerätschaften waren durch den damaligen Luftschutzverband in ausreichender Zahl vorhanden. In den Aufbaujahren nach dem 2. Weltkrieg wurde die Stärke des Löschzuges auf 30 Mann gesteigert. Bei zahlreichen Großbränden konnte der Löschzug seine Schlagkraft unter Beweis stellen. Zugleich wurde bei verschiedenen Veranstaltungen die ausgezeichnete Kameradschaft gepflegt. Nachdem 1951 alle Weckerlinien-Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Ulm wieder einsatzbereit waren, wurde die Berufsfeuerwache aufgelöst und die Zahl der hauptberuflichen Feuerwehrleute auf 11 Mann reduziert. An Sonn- und Feiertagen wurde von 13.00 Uhr bis 20.00 Uhr ein Bereitschaftsdienst eingeführt, der aus zwei hauptamtlichen und sechs freiwilligen Feuerwehrmännern bestand. Die Vergütung betrug damals 6,- DM. Nach dem 2. Weltkrieg wurden in der Weststadt und am Eselsberg viele Wohngebäude errichtet, für die der zweite Rettungsweg über eine Drehleiter sichergestellt werden musste. Aus diesem Grund wurde im Jahr 1952 dem Löschzug Söflingen die erste Drehleiter zugeteilt. Es war die alte DL 26 vom Löschzug Ulm.

Das Löschgruppenfahrzeug LF 25 der Söflinger Feuerwehr war bis Anfang der siebziger Jahre im Einsatz. Das Bild wurde im Hof des Kloster Blaubeuren wahrscheinlich am Tage des Leistungswettkampfes aufgenommen. An der die Urkunde der Abteilung Söflingen übergeben wurde.

Im Mai 1953 wurde der 22. Deutsche Feuerwehrtag in Ulm abgehalten. Es waren ca. 25.000 Feuerwehrmänner aus dem ganzen Bundesgebiet und verschiedene Delegationen aus dem Ausland anwesend. In diesem Zusammenhang führte der Löschzug Söflingen eine Schauübung am Klosterbrauhaus vor. Am 19. Oktober 1957 wurde aus Anlass des 110 jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Ulm ein Festabend im Gasthaus „Bräustüble“ veranstaltet. Im Mittelpunkt standen die Ehrungen verdienter Feuerwehrmänner. Eine besondere Ehrung wurde dem Söflinger Zugführer Eugen Schweizer zuteil, der aus den Händen von Oberbürgermeister Pfizer für seine 50jährige Dienstzeit mit dem goldenen Ehrenkreuz ausgezeichnet wurde. Gleichzeitig erfolgte die Ernennung zum Ehrenmitglied der Feuerwehr Ulm.

1962 wurde beim Löschzug Söflingen eine neue moderne Drehleiter DL 25 in Dienst gestellt, die bis 1994 im Einsatz war. Der Anschaffungspreis betrug damals ca. 60.000.- DM. Im März 1969 wurde die Firma Kaupp in der Blaubeurer Straße zum ersten Mal von einem Großfeuer heimgesucht, bei dem die Betriebsstätten völlig vernichtet wurden. Der Sachschaden lag damals bei 3,5 Millionen Mark. 1971 endete die Ära des Ulmer Kommandanten Karl Hollerbach. Er stand von 1945 bis 1971 an der Spitze der Ulmer Feuerwehr. Als Nachfolger wurde Klaus Köstlin bestellt. Dieser war maßgeblich an der Entwicklung des Rettungsspreizers beteiligt und so war es kein Wunder, dass die Feuerwehr Ulm 1973 den ersten Rettungsspreizer in Deutschland besaß. Im Zuge des Wachbereitschaftsdienstes wurden auch die Feuerwehrmänner der Abteilung Söflingen an diesem Gerät ausgebildet. Im Laufe der sechziger Jahre reduzierte sich durch alters- und berufsbedingte Austritte die Stärke des Löschzuges auf 22 Mann. Selbst umfangreiche Werbemaßnahmen brachten keinen Erfolg. Erst Ende der siebziger Jahre stieg die Mannschaftsstärke wieder auf ca. 50 Mann an. Nach langandauernder Hitzeperiode verschmelzen 1975 einzelne Brandherde in den Landkreisen Celle und Gifhorn zur bis dato größten Brandkatastrophe in Deutschland. Über 7.000 Hektar Wald, Moor- und Heideland werden vernichtet. Ca. 15.000 Feuerwehrleute aus dem gesamten Bundesgebiet benötigten zusammen mit ca. 11.000 Soldaten und mit ca. 3.800 Fahrzeugen mehr als 10 Tage, um der Lage Herr zu werden. Insgesamt 7 Menschen kommen um, darunter 5 Feuerwehrleute in einem plötzlich vom Feuer eingeschlossenen Löschfahrzeug. Einer der gefährlichsten Einsätze in der Nachkriegszeit war die Bekämpfung eines in Brand geratenen Flüssiggas-Kesselwagens am 28. November 1975 auf dem Ulmer Rangierbahnhof. Nur durch den selbstlosen Einsatz der Feuerwehr konnte eine Katastrophe verhindert werden. Wäre es zur Explosion des Kesselwagens gekommen, dann hätte dieses ohne Zweifel großflächige Zerstörung und zahlreiche Opfer unter den Einsatzmannschaften zur Folge gehabt. Mitte der siebziger Jahre wurde die „stille Alarmierung“ über sogenannte „Funkwecker“ eingeführt. In diesem Zusammenhang wurden die öffentlichen Feuermelder abgeschafft. Am 6. Juni 1976 zerstörte ein Großbrand ein Stoffballenlager der Firma Gläser in der Blaubeurer Straße. Die Löscharbeiten zogen sich über mehrere Tage hinweg.

Auch beim Erdbeben 1978 im Zollernalbkreis waren Söflinger Feuerwehrleute im Einsatz. Die DL 25 wurde vom 3. bis 7. September 1978 zur Überlandhilfe angefordert. Zum Dank für den Einsatz erhielt Kamerad Franz Häussler eine Flasche Wein vom Albstädter OB Pfarr über das Fenster des Rathauses in den Korb der Drehleiter überreicht. Erdbeben im Zollernalbkreis geborgenes Kaminteil Am 30. September 1979 brach bei der Firma Kaupp erneut einer der größten Brände der letzten Jahrzehnte aus. Das Großfeuer wurde von mehreren Löschzügen bekämpft. Es entstand Sachschaden in zweistelliger Millionenhöhe. Am 9. März 1981 brachen innerhalb von einer Stunde zwei Großbrände aus, die die Firma Ott in der Oststadt und den Ponyhof in Böfingen bedrohten. Ein knappes Jahr später wurde im Februar 1982 bei einem Großfeuer im Textilrohstoffwerk Gläser eine Werkshalle vernichtet. Die Feuerwehren aus Ulm, Söflingen, Wiblingen, Grimmelfingen und Blaustein waren mit 140 Mann im Einsatz. Der Schaden wurde auf über drei Millionen Mark geschätzt. Im gleichen Jahr zerstörte am 16. November 1982 das größte Brandunglück auf Söflinger Gebiet die Verkaufsräume der Firma Sudhoff am Auchertwiesenweg. 100 Feuerwehrmänner konnten den Brand erst nach über 10 Stunden löschen.

Der Großbrand bei der Firma Sudhoff zerstörte die gesamten Verkaufs- und Lagerräume. Trotz des intensiven Brandes konnte die Feuerwehr den angrenzenden Bürotrakt, der über den Verkaufs- und Lagerräumen angebaut war, retten. Dies war die Grundlage für die Weiterführung des Betriebes. In der Nacht vom Pfingstsonntag 1983 bedrohte ein Großfeuer die Ulmer Altstadt. Mehr als 150 Feuerwehrleute konnten nicht verhindern, dass die historische Schapfenmühle ein Raub der Flammen wurde.

Im Zuge einer Feuerwehrdebatte 1983 beschloss der Ulmer Gemeinderat, dass die Feuerwehr personell sowie technisch besser ausgestattet werden sollte. Die Zahl der hauptamtlichen Kräfte wurde von 26 auf 31 Mann aufgestockt, eine Berufsfeuerwehr wurde nicht eingerichtet.

Für den vorbeugenden Brandschutz wurde ein Fachingenieur eingestellt. Die Freiwillige Feuerwehr wurde verstärkt zu Wachdiensten herangezogen. Der Wachbereitschaftsdienst an Sonn- und Feiertagen wurde auf 12 Stunden ausgedehnt und personell verstärkt. Zusätzlich wurde auch für die Samstage eine Wachbereitschaft eingeführt. Der Fahrzeugpark wurde modernisiert und diverse Gerätehaus-Neubauten sollten zügig vorangetrieben werden. Am 20.Oktober 1986 vernichtete ein Großbrand ein Laborgebäude der Uni-Klinik am Safranberg. Während des Brandes mussten rund 200 Patienten evakuiert werden. Der Sachschaden wurde auf über 20 Millionen Mark geschätzt. Die Ursache war Brandstiftung.

1988 musste bei einem Wohnungsbrand im Dachstuhl eines Gebäudes im Holderweg eine Familie aus dem 2. Obergeschoß Ihres Hauses springen, um den wütenden Flammen zu entgehen. Dabei kam auf tragische Weise ein Kleinkind ums Leben.

Im November 1992 wurde der damalige Chef der Ulmer Feuerwehr, Klaus Köstlin, in den Ruhestand verabschiedet. Zum neuen Kommandanten wurde Karl-Heinz Schneider gewählt. Dieser führte im Mai 1993 die ständig besetzte Wache ein. Seitdem ist die Hauptfeuerwache in der Keplerstraße auch in der Nacht mit mindestens sechs Feuerwehrbeamten besetzt. Bei einem Brand in einer Gärtnerei im April 1992 brannten in der Blaubeurer Straße einige Gewächshäuser nieder. Grund dafür war die Hackschnitzelheizung. Die Feuerwehr Söflingen  ,unterstützt durch das THW , war stundenlang mit Ausräumarbeiten beschäftigt. 1993 trat die erste Frau in den Löschzug Söflingen ein. Sie war zugleich auch die erste aktive Feuerwehrfrau in der Gesamtfeuerwehr Ulm. Mit viel Glück und ohne weitere Schäden ging ein Brandanschlag auf den Polizeiposten Söflingen aus, der im ehemaligen Rathaus ein Büro hatte. Der Molotow-Cocktail ging auf dem Boden von selbst aus. Wer diesen verübt hat, wurde nie aufgeklärt. Im gleichen Jahr trat die neue Satzung der Feuerwehr Ulm in Kraft. Die Löschzüge wurden in Abteilungen umgewandelt. Die Feuerwehrbeamten bilden seitdem eine eigene Abteilung. Der Gemeinderat der Stadt Ulm setzte 1994 eine Strukturkommission ein, die ein kostengünstiges Konzept für die zukünftige Struktur der Feuerwehr Ulm erarbeitete. Da die Stadt Ulm mittlerweile über 100.000 Einwohner hatte, hätte sie normalerweise bereits schon eine kostenintensive Berufsfeuerwehr einrichten müssen. Mit dem erarbeiteten Konzept hat die Stadt Ulm beim Innenministerium von Baden-Württemberg eine Befreiung von dieser Forderung beantragt, was per Entscheidung des Innenministeriums im Anschluss dann auch letztlich genehmigt wurde und bis heute bestand hat. 1997 bestand die Abteilung Söflingen aus 47 aktiven Feuerwehrleuten und sechs Angehörigen der Jugendfeuerwehr.

Während eines starken Gewitters in der Nacht des 5. September 1998 erhielt der Stadel des Abteilungskommandant Josef Moll in Harthausen einen Blitzschlag in das Heugebläse. Dieser führte dann zu einem Dachstuhlbrand. Sogar im nebenliegenden Harthauser Gerätehaus verschmorte zudem der gesamte Verteilerkasten und Teile der elektrischen Anlagen. Die Abteilungen Harthausen, Söflingen, Ermingen, Eggingen und Ulm-Innenstadt konnten sämtliche Tiere aus dem brennenden Gebäude retten. Der Einsatz dauerte mehrere Tage.

Beim Brand dreier Hobelmaschinen für die Herstellung von Nut- und Federbrettern bei der Firma MOCO am 23. September 1998 entstand ein Totalverlust der Halle samt Inhalt. Die Feuerwehr konnte mit Riegelstellungen alle Nebengebäude und weiteren Anlagen, Holzlager samt Silos vor den Flammen schützen. Es waren weit über 100 Mann der Feuerwehr Ulm im Einsatz.

Am 27. November 1999 brach in den Abendstunden in der Universität am Oberen Eselsberg durch eine chemische Reaktion in einem Abfallbehälter ein Brand im Praktikumslabor der organischen Chemie aus. Der Brand wurde per automatischer Brandmeldeanlage detektiert. Durch die extreme Rauchentwicklung dauerte es geraume Zeit, bis der Brandherd von den Einsatzkräften der Feuerwehr gefunden wurde. Div. Explosionen, auslaufende Lösungsmittel und Säuren und die extreme Rauchentwicklung erforderten den Einsatz aller Abteilungen der Feuerwehr Ulm und auch einzelner Feuerwehren aus den angrenzenden Gemeinden der Stadt Ulm. Obwohl der eigentliche Brand auf das Großraumlabor beschränkt werden konnte, belief sich der Gesamtschaden auf ca. 40 Mio. DM.

Am 26. Dezember 1999 tobte der Sturm Lothar über Deutschland. Er legte teilweise ganze Wälder um. Die Feuerwehr Söflingen war über mehrere Tage im Einsatz. Unter anderem waren etliche Straßen, auch die Verlängerung des Mähringerwegs zur Universität, waren durch umgestürzte Bäume tagelang unpassierbar. In der Söflingerstraße an der Steiger & Deschler Villa gegenüber der Metzgerei Hörmann brach ein großer Teil eines Baumes auseinander. Da dieses Baumteil mit Stahlseilen an den anderen Wipfeln und am Haus befestigt war, musste der Baum stückweise von oben nach unten mithilfe der Drehleiter abgesägt werden. Die Söflingerstraße war dabei komplett gesperrt. Am 10. August 2002 wurde die Abteilung Söflingen mit weiteren Abteilungen der Feuerwehr Ulm zur Überlandhilfe in den Landkreis Reutlingen entsandt. Auf Grund eines Hochwassers nach sintflutartigen Regenfällen wurde in Wannweil Katastrophenalarm ausgelöst und landesweit Hilfe angefordert.

Auf mehr als 200.000 Euro Sachschaden wurde der Schaden geschätzt, der am 28. September 2002 bei einem Brand in einem Fachwerkhaus im Ulmer Fischerviertel – im Erdgeschoss befindet sich das „Café Kulisse“ – entstanden ist. Der Mieter einer Wohnung im Obergeschoss wurde durch Rauchentwicklung aufgeschreckt und hatte in seiner Wohnung Feuer bemerkt. Nachdem ein Löschversuch vergeblich verlaufen war, informierte er zunächst weitere im Gebäude befindliche Bewohner und rief gleichzeitig die Feuerwehr.

Bei einem Großbrand einer Lagerhalle mit Stoffballen in der Nacht zum 6. Dezember 2003 konnte die weitere Ausbreitung auf andere Hallen verhindert werden. Mehrere verletzte Feuerwehrleute, beschädigte Feuerwehrfahrzeuge und ein Komplettverlust der Halle waren Folge des heftig tobenden Feuers. Selbst eine Gartenhütte in etwa 50 Metern Entfernung wurde durch die Wärmestrahlung und umherfliegende Glut regelrecht abgefackelt. Es waren über 250 Mann im Einsatz. Etwa eine Woche dauerten die Nachlöscharbeiten.

Durch Unachtsamkeit des Neubesitzers einer Haushälfte entstand dieser Gebäudebrand in der Nacht des 17. Dezember 2003 in der Klingensteinerstraße und im Klosterhof. Für die Renovierungsarbeiten hatte der Mann einen Kohleofen selbst an einem Kamin installiert. Leider wurde dieser Schornstein vor Jahren schon stillgelegt und bis auf dem Dachboden zurückgebaut. Somit konnten die heißen Rauchgase nicht ins Freie entweichen und lösten diesen Gebäudebrand aus.  Mangels vorhandener Brandwände im Dachstuhl konnte ein Brandübergriff auf die Nebengebäude nur durch einen massiven Innenangriff durch die Nebengebäude und den Einsatz von drei Drehleitern verhindert werden. Die Drehleiter der Feuerwehr Neu-Ulm leistete dabei länderübergreifende Hilfe.

Bei diesem Dachgeschossbrand über 2 Stockwerke am 10. April 2005 in der Wagnerstraße mussten mehrere Personen aus den unteren Dachgeschosswohnungen gerettet werden. Ein Übergriff auf die nebenstehenden Häuser konnte verhindert werden. Die Löscharbeiten wurden durch die teilweise abgebrannte Holztreppe in den Dachgeschossen erschwert. Eine wahre Brandanschlagserie ereignete sich an mehreren Ulmer Schulen. Der größte Brand im Söflinger Gebiet war die Friedenschule, die am 27. Dezember 2006 nahezu komplett abbrannte. Schulbedienstete und die Polizei bewachten die Schulen dann rund um die Uhr. Dadurch konnten die Täter auf frischer Tat ertappt und später verurteilt werden.

Am 31. August 2007 erfuhr der Löschzug Söflingen aus 1. Hand, mit welchen Gefahren eine Alarmfahrt verbunden sein kann. Alarmiert zu einem Wohnungsbrand im Ferdinand-Sauerbruch- Weg kam es trotz eingeschalteter Sondersignale und langsamer Einfahrt in die Kreuzung auf Höhe Blaubeurer Straße und Kurt-Schumacher-Ring zu einem Zusammenprall mit einem Pkw. Die Kollision war so stark, dass das LF 16/12 seitlich auf eine Betonmauer geschoben wurde, wodurch erheblicher Sachschaden an beiden Fahrzeugen entstand, weshalb noch während des lfd. Brandeinsatzes ein Sekundäreinsatz zur technischen Hilfeleistung für die verletzten und in den Fahrzeugkabinen eingeschlossenen Kameraden und den beteiligten Pkw-Fahrer notwendig wurde. Trotz der relativ geringen Aufprallgeschwindigkeit wurden 7 Kameraden verletzt. Diese Genesung eines Kameradens dauerte über ein Jahr. Neben dem lehrreichen Einfluss auf die generelle Maschinisten- & Fahrerausbildung der Feuerwehr Ulm ist positiv auch zu erwähnen, dass dank einer sehr unkomplizierten beispielhaften Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Stadt Ulm und der ortsansässigen Firma Magirus in extrem kurzer Zeit der Abteilung Söflingen schon wieder ein modernes und mehr als adäquates Ersatz-Löschgruppenfahrzeug bereitgestellt werden konnte.

Der Brand im Ferdinand-Sauerbruch-Weg war auf Brandstiftung zurückzuführen. Der Hauseigner hatte die Einfamilien-/Doppelhaushälfte nach Streitigkeiten mit Benzin angezündet. Begünstigt durch die Niedrigenergiebauweise und das nach oben komplett offene Holztreppenhaus entstanden während des Brandes am Gebäude umlaufende Risse, die mehr als einen Zentimeter Spalt hatten.

Am Abend des 25. Mai 2008 brach bei der Recycling-Firma Remondis im Donautal ein Brand aus, welcher sich in Windeseile über die ca. 5000 m² große Halle und das Freigelände ausbreitete. Das Feuer fand in den dort gelagerten Materialien (hauptsächlich Inhalte des „gelben Sacks“) reichlich Nahrung. Die Brandbekämpfung zog sich über mehrere Tage hin.

Bei strahlendem Frühsommerwetter fand das Frühlingsfest am 1. Juni 2008 mit Fahrzeugübernahme im Beisein von Herrn Oberbürgermeister Ivo Gönner statt. Der Festakt wurde durch Peter Eimert, dem Abteilungskommandanten zusammen mit den Besuchern des Frühlingsfestes vollzogen. Am Nachmittag konnte das Fahrzeug von der evangelischen Pastorin und dem katholischen Pfarrer geweiht werden. Der Kommandant der Feuerwehr Ulm Herr Hans-Jörg Prinzing und der Gesamtabteilungskommandant Andreas May waren zu den Feierlichkeiten ebenfalls vor Ort.